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AGB erstellen in der Schweiz: rechtssicher und individuell

18. Juli 2026
AGB erstellen in der Schweiz: rechtssicher und individuell

Rechtssichere Allgemeine Geschäftsbedingungen lassen sich in der Schweiz auf zwei Wegen erstellen: über spezialisierte juristische Dienstleister wie SwissAnwalt oder VertragsZentrum, oder mit Hilfe von Vorlagen und KI-gestützten Werkzeugen. Beide Wege haben ihre Berechtigung. Entscheidend ist, dass Ihre AGB drei Voraussetzungen erfüllen:

  • Kenntnisnahme: Der Kunde muss die AGB vor oder spätestens bei Vertragsschluss einsehen können.
  • Annahme: Die Zustimmung kann ausdrücklich oder stillschweigend erfolgen, etwa durch eine Checkbox im Onlineshop.
  • Inhaltskontrolle: Klauseln dürfen gemäß Art. 8 UWG keine erhebliche und ungerechtfertigte Benachteiligung bewirken.

Die Kosten für die anwaltliche Erstellung von AGB liegen in der Schweiz meist zwischen CHF 500 und CHF 1.500, abhängig von Komplexität und individuellem Beratungsaufwand. Einfachere Lösungen mit Vorlagen sind günstiger, erfordern aber zwingend eine Anpassung an das eigene Geschäftsmodell. Vom Erstkontakt bis zur fertigen AGB dauert es bei einem Anwalt typischerweise einige Tage bis zwei Wochen.


Welche Anbieter helfen Ihnen beim AGB erstellen in der Schweiz?

Für Unternehmer, die rechtssichere AGB brauchen, stehen in der Schweiz vor allem zwei spezialisierte Dienstleister zur Verfügung. Beide arbeiten juristisch fundiert, unterscheiden sich aber in Ausrichtung und Leistungsumfang.

Zwei Geschäftsinhaber tauschen sich im Coworking-Space über ihre AGBs aus.

AnbieterArt der LeistungAnpassungsgradRechtssicherheitPreisrahmenLeistungsumfangBewertung
SwissAnwaltOnline-AnwaltskanzleiHoch, individuellAnwaltlich geprüftVertragsrecht, AGB, Beratung, Vertretung
VertragsZentrumSpezialkanzlei VertragsrechtHoch, individuellJuristisch und betriebswirtschaftlichNicht öffentlichAGB, Verträge, Datenschutzerklärung, Impressum5★ (9 Bewertungen)

SwissAnwalt ist eine vollständige Online-Anwaltskanzlei mit einem breiten Spektrum an Rechtsbereichen: Vertragsrecht, Arbeitsrecht, Mietrecht und mehr. Für die AGB-Erstellung bietet SwissAnwalt transparente Einstiegspreise für Vertragsprüfung und Vertragserstellung. Wer zusätzlich eine telefonische oder schriftliche Beratung wünscht, kann diese separat dazubuchen. Das Modell verbindet digitale Effizienz mit persönlicher anwaltlicher Betreuung. Für Unternehmer, die eine klare Preisstruktur und ein breites Beratungsangebot unter einem Dach schätzen, ist das ein echter Vorteil.

VertragsZentrum hat sich auf Vertragsrecht, AGB und Datenschutz spezialisiert. Die Kanzlei wurde vom Konsumentenbund mit einer sehr guten Bewertung ausgezeichnet und bringt neben juristischer auch betriebswirtschaftliche Kompetenz ein. Konkrete Preise sind nicht öffentlich aufgeführt. Wer neben AGB auch eine Datenschutzerklärung oder ein Impressum braucht, findet hier alles aus einer Hand.

Profi-Tipp: Verlangen Sie vor der Beauftragung immer eine schriftliche Auflistung, welche Klauseln individuell auf Ihr Geschäftsmodell zugeschnitten werden. Standardtexte ohne Anpassung bieten oft keinen ausreichenden Schutz.


Wie wählen Sie den richtigen Anbieter für Ihre AGB aus?

Die Wahl des Dienstleisters hängt von Ihrem Geschäftsmodell, Ihrem Budget und dem gewünschten Beratungsumfang ab. Folgende Kriterien helfen bei der Entscheidung:

  • Juristische Qualifikation: Nur zugelassene Anwälte oder ausgewiesene Juristen können rechtlich verbindliche AGB erstellen und dafür haften.
  • Branchenkenntnis: AGB für einen Onlineshop unterscheiden sich grundlegend von jenen für eine Beratungsfirma oder ein Handwerksunternehmen. Fragen Sie gezielt nach Erfahrung in Ihrer Branche.
  • Transparenz bei Preis und Leistung: Seriöse Anbieter nennen Preise klar oder geben zumindest einen Rahmen an. Vage Formulierungen wie „individuell nach Aufwand“ ohne jede Orientierung sind ein Warnsignal.
  • Kommunikation und Erreichbarkeit: Wie schnell reagiert der Anbieter auf Rückfragen? Gibt es eine direkte Ansprechperson?
  • Keine reinen Standardtexte: Experten warnen ausdrücklich davor, AGB-Vorlagen aus dem Internet ungeprüft zu übernehmen. Viele stammen aus Deutschland und basieren auf dem deutschen BGB, das in der Schweiz nicht gilt.

Sobald Sie AGB erhalten haben, prüfen Sie diese anhand folgender Punkte:

  • Sind Ihre konkreten Leistungen oder Produkte beschrieben?
  • Enthält das Dokument Regelungen zu Zahlungsfristen, Haftung und Gewährleistung?
  • Ist ein Schweizer Gerichtsstand und Schweizer Recht festgelegt?
  • Sind ungewöhnliche Klauseln ausdrücklich hervorgehoben, etwa fett gedruckt?
  • Gibt es eine Regelung für AGB-Änderungen mit Widerspruchsmöglichkeit?

Was müssen AGB in der Schweiz rechtlich erfüllen?

In der Schweiz besteht keine gesetzliche Pflicht, AGB zu verwenden. Ohne sie gelten automatisch die dispositiven Bestimmungen des Obligationenrechts (OR), die nicht immer im Interesse des Unternehmers sind. Gut gemachte AGB schaffen klare Spielregeln und schützen vor Streitigkeiten.

Das Schweizer Recht kennt kein eigenständiges AGB-Gesetz. Stattdessen hat das Bundesgericht ein dreistufiges Kontrollsystem entwickelt:

  • Konsenskontrolle: AGB werden nur Vertragsbestandteil, wenn der Kunde vor Vertragsschluss die Möglichkeit hatte, sie zu lesen. Ein Verweis auf der Rechnung kommt zu spät.
  • Auslegungskontrolle (Unklarheitsregel): Mehrdeutige Klauseln werden zu Lasten des Verfassers ausgelegt. Wer unklar formuliert, verliert im Streitfall.
  • Inhaltskontrolle: Klauseln dürfen nicht gegen zwingendes Recht verstoßen. Art. 8 UWG verbietet Klauseln, die Konsumenten erheblich und ungerechtfertigt benachteiligen.

Besonders relevant ist die Ungewöhnlichkeitsregel: Klauseln, mit denen der Vertragspartner objektiv nicht rechnen musste, sind nicht bindend, selbst wenn er den Vertrag unterschrieben hat. Ungewöhnliche Klauseln müssen deshalb ausdrücklich hervorgehoben werden, etwa durch Fettdruck oder einen expliziten Hinweis.

Wichtig für B2B-Verträge: Das Bundesgericht hat im Urteil vom 11. Juli 2023 (4A_372/2022) die Ungewöhnlichkeitsregel auch im B2B-Verhältnis angewendet. Selbst Geschäftskunden können sich auf sie berufen, wenn sie mit einer bestimmten Branche nicht vertraut sind.

AGB-Änderungen müssen dem Kunden rechtzeitig mitgeteilt werden, in der Regel mit einer Frist von etwa 4 Wochen, in der er widersprechen kann. Wer AGB einseitig und ohne Ankündigung ändert, riskiert, dass die neuen Klauseln rechtlich angefochten werden können.

Typische Pflichtinhalte rechtssicherer Schweizer AGB umfassen:

  • Geltungsbereich und Vertragsabschluss
  • Preise, Zahlungsbedingungen und Mehrwertsteuer
  • Lieferbedingungen und Fristen
  • Haftungsbegrenzungen (Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit können nicht ausgeschlossen werden, OR Art. 100)
  • Gewährleistung (gesetzlich 2 Jahre für Mängel)
  • Datenschutz mit Verweis auf die Datenschutzerklärung (nDSG)
  • Anwendbares Recht und Gerichtsstand in der Schweiz

Zerolog: Rechtliche Klarheit für Unternehmer ohne Wartezeit

Wer AGB-Fragen klären, Klauseln prüfen oder Gesetzesgrundlagen nachschlagen möchte, braucht dafür nicht zwingend einen Anwaltstermin.

https://zerolog.ch

Zerolog ist ein KI-Rechtsassistent, der speziell für das Schweizer Recht entwickelt wurde. Er durchsucht die Systematische Rechtssammlung und liefert Antworten mit konkretem Gesetzesartikel, SR-Nummer und Fundstelle, auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch. Für Unternehmer, die verstehen wollen, was Art. 8 UWG für ihre AGB bedeutet oder wie die Ungewöhnlichkeitsregel in der Praxis funktioniert, ist das ein direkter Einstieg ohne Umwege. Zerolog speichert keine Fragen, Antworten oder Dokumente. Für Treuhänder und KMU steht zudem eine spezialisierte Branchenlösung bereit. Zerolog ersetzt keine anwaltliche Beratung, aber es gibt Ihnen die Grundlage, um fundierte Fragen zu stellen und Angebote besser zu beurteilen.

Detailansicht: Jemand arbeitet am Laptop, daneben liegen Schweizer Rechtsdokumente.


Wichtige Erkenntnisse

Rechtssichere AGB in der Schweiz erfordern individuelle Anpassung, die Einhaltung des dreistufigen Bundesgerichtskontrollsystems und eine rechtzeitige Vorlage vor Vertragsschluss.

So erstellen Sie in fünf Schritten rechtssichere AGB für die Schweiz – eine anschauliche Infografik

ThemaDetails
Keine gesetzliche PflichtAGB sind freiwillig, aber ohne sie gilt das OR als Auffangnetz, oft zum Nachteil des Unternehmers.
Drei GültigkeitsvoraussetzungenKenntnisnahme, Annahme und Inhaltskontrolle nach Art. 8 UWG müssen erfüllt sein.
Kosten professioneller AGBAnwaltliche Erstellung kostet in der Schweiz typischerweise CHF 500–1.500.
Ungewöhnlichkeitsregel beachtenÜberraschende Klauseln sind nicht bindend, auch im B2B-Verhältnis, wenn nicht ausdrücklich darauf hingewiesen wird.
Zerolog als EinstiegshilfeZerolog liefert Gesetzesartikel und Fundstellen zum Schweizer AGB-Recht, ohne Datenspeicherung und sofort verfügbar.

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Artikel erstellt mit BabyLoveGrowth